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Hotel LutetiaDas Hotel Lutetia darf für sich in Anspruch nehmen, das einzige Grandhotel auf der linken Seine-Seite zu sein. Gäste aus der ganzen Welt fühlen sich hier ebenso zu Hause wie die Bewohner des Saint-Germain-des-Prés. Catherine Deneuve wohnt in der Nähe und hält sich regelmässig im Lutetia auf.

Hotel Lutetia



Hotel Lutetia Wir benützen den Hotel-Eingang am Boulevard Raspail und stellen schnell fest, dass es im Hotel Lutetia unkonventionell zu und her geht. Die Rezeption befindet sich nicht direkt beim Eingang. So können wir ungestört dieses hundertjährige Haus besichtigen. An diesem Sonntagnachmittag sind die Gäste im Restaurant Le Paris am Brunchen. An einem grossen runden Tisch feiert eine Familie ein Geburtstagsfest. Viele Gäste sind wohl Einheimische aus dem 6.Arrondissement.

Bar du Lutetia, LoungeAuch in der Lounge der Bar du Lutetia trinkt eine Familie Kaffee und Chocolat. Wir setzen uns neben den Flügel in ein Art-Deco-Sofa. Abends wird Piano-Musik und in der zweiten Wochenhälfte Jazz gespielt. So werden wir in der diskreten Hintergrundmusik mit Jazz beschallt.

Hotel Lutetia, 1910Dass wir uns zum 100-Jahr-Jubiläum des Hotels am extra für diesen Anlass kreierten Cuvée aus dem Champagner-Haus Taittinger laben (EUR 19.- das Glas), ist wohl selbstverständlich.

Hotel Lutetia Dazu werden Oliven, eine Nussmischung und als besonderes Extra Früchte- und Gemüsechips serviert. Die Bedienung ist zurückhaltend freundlich.

Hotel Lutetia, 1910Während die sehr kleine Bar in dunklem Holz gehalten ist und durch die vielen offenen Ein- und Ausgänge eher einen Verkehrsknotenpunkt darstellt, bietet die Art-Deco-Halle (genannt Lounge) einen freundlichen und gemütlichen Rahmen zum Sein. Sie ist in den Farben rot, schwarz und gold gehalten.

Bar du LutetiaMit Ueberraschung stellen wir fest, dass es im Hotel Lutetia einen unbedienten Fumoir für Raucher gibt. Der Raum ist mit bequemen Ledersessel versehen, aber sonst eher nüchtern eingerichtet. Die Klimaanlage dürfte ein paar Grad wärmer eingestellt sein. Ein Schild weist darauf hin, dass hier Selbstbedienung herrscht. Keines der grossen Hotels auf der rechten Seine-Seite verfügt über eine ähnliche Einrichtung! Uebrigens bietet die Brasserie Lutetia ein vegetarisches Dreigang-Menu an.

Fumoir, Hotel Lutetia



Au Bon MarchéAristide Boucicaut (1810-1877), der Besitzer des Kaufhauses "Au Bon Marché", engagiert 1872 den Architekten Louis-Charles Boileau, um zusammen mit Gustave Eiffel ein neues und grosses Gebäude zu bauen. Beide Architekten sind Spezialisten in Eisenbaukonstruktionen. Durch diesen Neubau entwickelt sich das Au Bon Marché an der rue de Sèvres zum weltweit ersten Warenhaus. Es gilt als Vorbild für alle weiteren Warenhäuser und gehört auch heute noch zu den angesehensten und vornehmsten. Boucicauts soziale Ader lässt die Angestellten an Umsatz und Gewinn partizipieren.

Au Bon Marché, um 1880



Square BoucicautNach dem Tod des Gründers leitet seine Witwe Marguerite Boucicaut-Guérin (1816-1887) die Geschäfte weiter und bietet den Angestellten zusätzlich einen Versicherungsschutz und Musik- und Sprachkurse. Nach ihrem Tod bleibt das elegante Kaufhaus im Besitz der Familie Boucicaut. Der Park vor dem Bon Marché nennt sich Square Boucicaut. Neben seltenen Bäumen und einem Kinder-Spielplatz beherbergt er seit 1914 ein Marmordenkmal von Paul Moreau-Vauthier, das Marguerite Boucicaut und Clara de Hirsh darstellt.

Square Boucicaut



Hotel LutetiaAnfang des zwanzigsten Jahrhunderts entschliesst sich die Familie Boucicaut auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ein Grandhotel zu bauen. Sicher hat zu diesem Entscheid die Tatsache beigetragen, dass sich alle grossen und bedeutenden Pariser Hotels und auch die anderen Kaufhäuser auf der rechten Seine-Seite installierten.  So sieht die Familie Boucicaut im Bau eines Grandhotels in Saint-Germain-des-Près sicher eine Marktlücke und eine Bereicherung ihrer Kaufhaus-Kundschaft durch zukünftige Hotelgäste. Als Namen für die neue Unterkunft besinnt sich die Familie auf den Ursprung von Paris: Um 250 v.u.Z wurde auf der Ile de la cité das gallische Dorf Lutetia gegründet. Und um seine Verbundenheit mit Paris noch zu vertiefen, verwendete das neue Hotel Lutetia das Schiff aus dem Stadtwappen von Paris.


Hotel Lutetia, 1910Für den Bau des Hotel Lutetia beauftragt die Familie Boucicaut ihren Hausarchitekten Louis-Charles Boileau (1837-1914), der zusammen mit dem Architekten Henri Tauzin 1907 mit den Bauarbeiten beginnt. Die Fassade ist im Art-Deco-Stil gehalten und wwird von den Bildhauern Leon Binet und Paul Belmondo (dem Vater des Schauspieler Jean-Paul) gestaltet. Sie schmücken das Haus mit Girlanden und Trauben, in Erinnerung an die Zeit, als das linke Seine-Ufer mit Reben bepflanzt war. Die Bauarbeiten nehmen drei Jahre in Anspruch und sind bei der Eröffnung am 28.Dezember 1910 noch nicht abgeschlossen.

Hotel LutetiaLouis-Charles Boileau ergänzt das Gebäude noch mit einem Seitenflügel, der 1912 fertig gestellt wird. Henri Tauzin schreibt 1911 in der Zeitschrift „L’Architecte“ fast lyrisch: „Die Bildhauerarbeit verleiht dem Erscheinungsbild der Fassade ein Element sehr französischer Freude, indem es sich für seine Motive aus den Reichtümern unseres Landes die Rebe borgt, welche das Gebäude bis zur Spitze seiner allerhöchsten Giebel ersteigt, sich überall festklammernd an den Vorsprüngen."

Hotel Lutetia, 1910 



Pierre Assouline. LutetiaDas Hotel Lutetia wird zum Treffpunkt der Künstler und Schriftsteller, die in der Nachbarschaft wohnen. Aber auch die Politik ist hier zu Hause. So verbringt im April 1920 kein geringerer als Charles de Gaulle seine Flitterwochen im Lutetia. Im September 1935 tagt der so genannte Lutetia-Kreis im Hotel. Es handelte sich um ein Komitee verschiedener politischer Strömungen, die einen antifaschistischen Grundkonsens hatten und eine Volksfront gegen die Hitlerdiktatur schaffen wollten. Und als im Juni 1940 Paris kapituliert, zieht der deutsche Geheimdienst in die urfranzösischen Hallen. Nach dem Krieg diente das Lutetia als Aufnahmelager zurückgeführter KZ-Häftlinge. Mit seinem Buch „Lutetias Geheimnisse“ (2004) über die Zeit vor, während und nach dem 2.Weltkrieg hat der Schriftsteller Pierre Assouline Zeitgeschichte in attraktiver Roman-Form verpackt.

Hotel Lutetia



Serge GinsbourgIn den fünfziger Jahren treffen wir in der Lutetia-Bar auf Serge Ginsbourg. Hier wird Live Jazz gespielt. Bei der umfassenden Renovation von 1985 engagieren die Besitzer aus dem Champagner-Haus Taittinger Sonia Rykiel und Sybille de Margerie. Die beiden Frauen gehen sehr sorgfältig mit den vorhandenen Strukturen um und verwenden die traditionellen Art-Deco-Elemente. Im Jahr 2010 blickt das Haus stolz auf „100 Ans Lutetia“ zurück.            

Hotel Lutetia



Restaurant Le Paris, Hotel LutetiaRestaurants: Le Paris - Gourmet-Restaurant, Brasserie Lutetia, Bar du Lutetia; Zimmer: 170 Zimmer & 60 Suiten; Adresse: Hotel Lutetia, 45, boulevard Raspail, F-75006 Paris / http://lutetia.concordehotels.de/de/

Hotel Lutetia



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